daswarichnichtJasper Lüdersen ist ein Business-Boy, gebürtiger Sprockhöveler, der als Trader in Chicago durch wohlgemeinte, aber unautorisierte Manipulationen seine Arbeitgeberin, die Bank ‚Rutherford & Gold', in den Ruin treibt. Meike Urbanski ist Übersetzerin englischsprachiger ‚Hausfrauenpornos', bis sie dem amerikanischen Großschriftsteller Henry LaMarck durch ihre Übersetzungen auf dem deutschen Markt zum Durchbruch verhilft.
Aus dem lifestyligen Hamburg hat sie sich ins Kaff Tetenstedt im friesischen Outback zurückgezogen. Henry LaMarck , preisgekrönt, hochberühmt und durch seine Romane reich geworden, leidet an einer Schreibblockade, die er selbst durch die vorschnelle Ankündigung eines ‚Jahrhundertromans' ausgelöst hat.
Wie Kristof Magnusson in seinem Roman "Das war ich nicht" diese drei -und die Leser- ihre jeweilige Welt erleben lässt und sie immer mehr aufeinander zu führt, ist so spannend, wie voller schnörkelloser Komik und Witz. Ängste und Nöte der Protagonisten fermentieren Weltstädte wie Chicago und Hamburg und lassen sie auf Tetenstedt'sches Format zusammenschnurren. Die Welt ist eben nicht nur, was der Kursverfall ist.
Kristof Magnusson: Das war ich nicht; Kunstmann Verlag 2010, 19,90 €

adamsoonHerr Adamson – Am 22. Mai 2032, einen Tag nach seinem 94. Geburtstag, sitzt ein Mann im Paradiesgarten seiner Kindheit und erzählt uns und seinem Recorder die Geschichte seiner Begegnung mit Herrn Adamson. 84 Jahre liegt sie zurück und begleitet ihn seither. Jetzt wartet er auf ein Wiedersehen mit dem damals schon Toten, der allerdings ein sehr lebendiger war, hat er ihm doch so blühende wie auch bedrückende Ein- und Aussichten auf eine Welt der Toten eröffnet. Die führen jenseits der Zeit von Schliemannschen Ausgrabungen zu Indianer Massakern. Urs Widmer knüpft in Herr Adamson viele phantastische Erzählstränge zu einem schwebenden Erzählteppich. Damit hat er genau das passende Gefährt für eine Reise durch die Reiche der Lebenden und der Toten geschaffen. Das Gewicht des kleinen Romans wäre das der Welt, gelänge es, beim Lesen die inzwischen verbotene 100-Watt-Birne zu vergessen: und es gelingt spielerisch! Widmer, einer der bedeutendsten Dramatiker und Prosaisten nicht nur der Schweiz, gelingt es wie in seinen letzten Romanen (‚Der Geliebte der Mutter', Das Buch des Vaters', ‚Ein Leben als Zwerg'), sich selber in autobiographisch literarisierter Mimikry so zu enthüllen und zu verstecken, dass das Lesen zum Miterleben wird. Und einfach Lebensfreude macht.
Urs Widmer: Herr Adamson; Diogenes Verlag 2009, 18,90 €


coverSie sieht aus, als könnte sie ein Schatzkästlein sein: diese 13 X 13 X 4,5 cm große Pappschachtel. Und tatsächlich birgt sie 9 silbrige Scheiben; in deren Kunststoffseelen 420 Gedichte von 122 Autoren und Autorinnen gerbrannt sind. Jahrelange Recherchen in Archiven, erfolgreiche Suche nach verschollen geglaubten Tonaufnahmen von 1907, dem Jahr der ersten erhaltenen, bis 2007 sind dieser Sammlung vorausgegangen. Von Achleitner über Brecht, Fried, Kirsch und Ringelnatz bis Zweig (um nur einige bekanntere Namen zu nennen) kann man im Originalton die Gedichte aus dem Munde ihrer Verfasser hören. Ein Inhaltsverzeichnis und ein 183 seitiges Booklet sind der Sammlung beigelegt, das vier so überschaubare, wie kenntnisreiche Aufsätze zum Thema enthält, dazu Kurzbiografien der Dichter und Dichterinnen und Quellennachweise. Es ist wirklich ein Schatz auf Kunststoff in Pappe. 420 Weltreisen in 638 Minuten, immer wiederholbar ohne Aufschlag. Eine "Ohrbibliothek", die mit jedem gehörten Gedicht reicher macht, eine absolut krisensichere Geist- & Seelen-Aktie.
Lyrikstimmen. 9 CDs mit Booklet, Hrsg. v. Christiane Collorio u.a. Der Hörverlag. 49,95 € (Limitierte Edition mit Faksimiles ausgewählter Dichterautographen 99,95 €)

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